Venom-Sänger Cronos ist tot
Manchmal braucht man eine Vision, eine wegweisende Idee, ein gutes Image. Ob die Musik dahinter besonders viel taugt oder gar gut klingt, ist da eher zweitrangig. Das rüde Gebolze von Venoms Frühwerk ist weder handwerklich herausragend noch schmeichelt es dem Ohr. Viel wichtiger ist, dass jemand hinter der Band steckt, der weiß, was er will: Conrad “Cronos” Lant.
Lant wird im Januar 1963 in Kensington geboren und wächst in Newcastle upon Tyne auf. Nach ersten Schülerbands schließt er sich mit 16 der Band Guillotine an, aus der 1980 Venom wird. Zu der Zeit arbeitet Lant in einem Aufnahmestudio, den Impulse Studios in Wallsend. Die sind zwar nicht auf Metal-Bands ausgelegt, trotzdem tüftelt er dort nach Feierabend an Demos seiner eigenen Band. Nicht nur das: Er leistet auch Überzeugungsarbeit, dass Produzent Steve Thompson ein Metal-Label gründet. Neat Records wird zu einer der wichtigsten Plattformen für die New Wave Of British Heavy Metal. Aber 1979 erscheinen dort Platten und Singles von Fist, Tygers Of Pan Tang, Raven und 1981 auch das Debütalbum von Venom: “Welcome To Hell”.
Die Platte entsteht innerhalb von drei Tagen, orientiert sich am schnellen, bassgetriebenen Sound von Motörhead – und zerrt diesen in den Schlund der Hölle. Der “Bulldozer Bass” (O-Ton LP-Sleeve), die Texte, der Gesang, das legendäre Cover-Artwork mit dem Siegel des Baphomet stammen von Lant, der sich ab sofort Cronos nennt. Die Folgealben “Black Metal” (1982) und “At War With Satan” (1984) zementieren das Image, klingen noch räudiger, fieser, böser. Venom haben nicht nur Einfluss auf die Speed-Metal-Szene oder den durch Discharge aufkeimenden Crust-Punk, sie geben auch dem Genre Black Metal einen Namen und ein Image. Venom sind dafür verantwortlich, dass fortan die erste Black-Metal-Welle mit umgedrehten Kreuzen, satanistischem Klimbim und nietenbewehrten Lederoutfits theatralisch auf Bandfotos rumpost. Idealerweise wie ihre Vorbilder Venom in Kerkern oder der wilden Natur.
Lant hat mit seiner Vision die NWOBHM in neue Nischen geführt, ihr neue Spielräume ermöglicht und bewiesen, dass Fingerfertigkeit eine unbedeutende Nebensächlichkeit ist, solange das Image und die Äußerlichkeiten wasserdicht und cool sind. Als Venom sich 1988 vorerst auflösen, macht er unter dem Namen Cronos weiter, arbeitet mit Bands wie Enthroned, Cradle Of Filth, Warpath, Massacre und Necrodeath und produziert Platten. Als 2003 Dave Grohl sein Metal-Projekt Probot anteasert, veröffentlicht er zunächst eine 7‑Inch. Die A-Seite: “Centuries Of Sin”, auf dem Cronos singt und Bass spielt.
Zwei Soloalben gehen auf Cronos’ Konto, dazu 16 Studioalben mit Venom. Das aktuelle Album – “Into Oblivion” – ist nach acht Jahren Albumpause am 1. Mai veröffentlicht worden. Zu Cronos’ Legacy gehört auch, dass Bands wie The Hellacopters, High On Fire, Entombed, Unleashed, Sodom, Blitzkrieg, Slayer, Cradle Of Filth, Voivod, Six Feet Under, Melvins und unzählige andere seine Songs gecovert haben.
Am 30. September haben Cronos’ Band-Kollegen Rage und Danté sowie sein Sohn Nathan Lant über die Social-Media-Kanäle von Venom bekannt gegeben, dass Cronos 63-jährig verstorben ist. Der Grund des Todes ist bisher nicht bekannt.
Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an
Ein Beitrag geteilt von Venom (@venom_band_official)
Der Beitrag Venom-Sänger Cronos ist tot erschien zuerst auf VISIONS.de.
🎬 Video
Diesen Artikel teilen:
Weitere Beiträge
02.10.2026Als der Schöpfer der The Walking Dead-Serie gefeuert wurde, ging dieser Star ebenfalls: Sie hatten zuvor bereits 5 Filme gemeinsam gedreht
02.10.2026KPOP DEMON HUNTERS 2: So lange müssen wir auf die Fortsetzung warten! - KinoCheck News
02.10.2026Psychologen nennen es den "Luzifer-Effekt": Netflix legt das umstrittene Stanford-Prison-Experiment als Reality-Doku neu auf
